Schöne Bergische Orte – 11 idyllische Ausflugsziele

Auf kleinem Raum gibt es im Bergischen Land geballte Schönheit: Historische Ortskerne mit Fachwerk- und Schieferhäuschen. Verspielte Schlösser und trutzige Burgen, die von gepflegten Gärten und urwüchsiger Natur umgeben sind. Und dazu überall Wanderwege. Hier kommen besonders schöne Bergische Orte, die Fachwerkidylle, Schlossromantik und Wanderglück bieten.

Schöne Bergische Orte – 5 idyllische Ausflugsziele

1. Schöne Bergische Orte: Schlebusch

Schlebusch, heute ein Stadtteil von Leverkusen, gehört historisch zum Bergischen Land und auch optisch ist die Zugehörigkeit unübersehbar. Dazu kommt ein spektakuläres Gartenreich, das noch als Geheimtipp gelten darf.

Schlebusch: Sehenswürdigkeiten und Geheimtipps

Rund um die neuromanische Pfarrkirche St. Andreas und den Marktplatz liegen Fachwerkhäuser, kleine Kopfsteingassen und individuelle Lokale. Verbunden sind sie durch eine Mitte der 1990er Jahre neugestaltete Fußgängerzone, die ein beliebter Anziehungspunkt für Bewohner und Besucher ist. Am Ende der Fußgängerzone fließt die Dhünn, ein Nebenfluss der Wupper. Wander- und Radwege säumen die Ufer und wer sie betritt, steht nach wenigen Metern im Gartenreich Schlebusch.

Wanderwege entlang der Dhünn  

Für Spaziergänger, die mit dem Rücken zum historischen Ortskern stehen, gibt es zwei Optionen: rechter Hand geht es entlang der Dhünn zu Schloss Morsbroich, in dem ein Museum untergebracht ist, und dessen zitronengelbe Fassade selbst an tristen Wintertagen für gute Laune sorgt. Links geht es ins Gartenreich Schlebusch – ein echter Geheimtipp.

Wanderwege entlang der Dhünn  

Gartenreich Schlebusch und Industriemuseum Sensenhammer

Das „Gartenreich Schlebusch“ umfasst ein Ensemble aus drei historischen Landschaftsgärten, die rund um einst bedeutende Fabrikantenvillen errichtet wurden, und das Industriemuseum „Freudenthaler Sensenhammer“. Dazu kommen idyllische Spazierwege an der Dhünn, die durch Wiesen, Weiden und kleine Wälder verlaufen. Einen Steinwurf entfernt liegt das märchenhafte Schloss Morsbroich.

Industriemuseum Sensenhammer in Schlebusch

Gastronomie in Schlebusch

Passend zum schönen Ambiente gibt es im historischen Ortskern auch eine atmosphärische Gastronomie. Besonders stimmungsvoll ist der Herkenrath Hof. Das Traditionshaus serviert klassische rheinische Gerichte, zum Teil neu interpretiert, und ist in einem früheren Hof untergebracht. Gut und günstig ist das neue Zimt und Zucker-Café, von dem es im Bergischen noch zwei weitere Lokale gibt.

    2. Schöne Bergische Orte: Die Blütenstadt Leichlingen

    Leichlingen hat sich selbst den Zusatz „Blütenstadt“ gegeben. Eine Hommage an die lange Tradition des Obstanbaus in der Region. Im Frühjahr eines jeden Jahres verwandelt sich Leichlingen in ein Blütenmeer, das besonders intensiv auf dem Obstweg der Stadt erlebt werden kann. Später im Jahr werden dann die Früchte der Bäume zelebriert, etwa beim Bratapfelfest, das immer am 1. Adventswochenende stattfindet. Mit dem „Sinneswald“ verfügt Leichlingen über ein weiteres Naturschauspiel, das überrascht und begeistert.

    Schöne Bergische Orte: Die Blütenstadt Leichlingen

    Woher kommt eigentlich der Name Leichlingen?

    Der Zusatz „Blütenstadt“ lenkt vom eigentlichen Namen, der einen leicht morbiden Klang hat, ab. Aber hat die Stadt Leichlingen ihren Namen wirklich von Leichen bekommen? Bis heute ist der Ursprung des Ortsnamens ungeklärt. Regionalhistoriker aus dem 19. und 20. Jahrhundert vermuten den Ursprung auch eher in den Worten „Laich“, für Fischeier, und -lingen für eine Flussschlinge. Demnach würde sich der Name „Leichlingen“ schlicht von einem Fischerdorf herleiten – was für die Stadt an der Wupper realistisch erscheint.   

    Leichlingen an der Wupper

    Shoppingtipp in Leichlingen

    Die „Lade.Zone“ in Leichlingen ist so cool, dass sie auch in Berlin oder Amsterdam stehen könnte. Tatsächlich gibt es den originellen Concept Store, der Möbel verkauft und Kaffee ausschenkt, seit sieben Jahren in Leichlingen. Inmitten einer stylischen Atmosphäre können Ausflügler hier köstlichen Apfelkuchen essen, bevor sie sich auf den idyllischen Obstweg der Stadt begeben.  

    Wandern auf dem Obstweg in Leichlingen

    Immer dem Apfel nach – das knackige Symbol weist Wanderern den Weg auf der rund sechs Kilometer langen Themenroute. Unterwegs gibt es typisch bergische Dörfer und schöne Fernblicke ins Bergische Land. Auf Schautafeln erfahren Interessierte mehr über den Lebensraum Streuobstwiese, der tausenden Tieren eine Heimat bietet, und den Anbau alter Sorten, der in Leichlingen wieder populär ist. Die alten Sorten tragen so schöne Namen wie „Weißes Seidenhemdchen“ und „Rheinischer Krummstiel“. Wer das Erlebnis intensivieren möchte, kann in urigen Lokalen einkehren oder in Hofläden shoppen.

    Wandern auf dem Obstweg in Leichlingen

    Schöne Bergische Orte: Übernachtungstipps

    Wer den Aufenthalt in der Region verlängern möchte, findet in allen vorgestellten Städtchen schöne ländliche Hotels und Pensionen.

    3. Schöne Bergische Orte: Die Marktstadt Waldbröl

    Wer Waldbröl besucht, wird überall in braune Gewänder gehüllte Gestalten entdecken, die freundlich lächelnd durch die Innenstadt flanieren. Für Besucher ein überraschender Anblick – für Einheimische ein vertrauter, denn bei den Frauen und Männern handelt es sich um Waldbröls exotischste Bewohner: Die Mönche und Nonnen des Buddhistischen Zentrums der Stadt. Derzeit leben rund 50 Klosterinsassen im EIAB, dem „Europäischen Institut für Angewandten Buddhismus“.

    Buddhistisches Kloster in Waldbröl  

     
    Vögel singen, Blätter rauschen und Wasser plätschert in den Lotusteich. Wer Abstand vom Wahnsinn der Welt sucht, wird ihn im Garten des Europäischen Instituts für Angewandten Buddhismus finden. Mitten im Bergischen Land, rund 70 Kilometer östlich von Köln, bietet das Kloster fernöstliche Spiritualität. 2008 vom vietnamesischen Zen-Meister Thich Nhat Hanh gegründet, gilt es heute als eines der wichtigsten buddhistischen Zentren Deutschlands, in dem Achtsamkeit, Meditation und Mitgefühl gelehrt werden.​

    Buddhistisches Kloster in Waldbröl  

    Erfahre mehr: EIAB – das wichtigste Buddhistische Kloster in Deutschland

    Einkehrtipp für Waldbröl

    Weniger spektakulär als das Kloster, aber auch außergewöhnlich ist das „Hauderei Café & Bistro“ in Waldbröl. Denn es wird genossenschaftlich betrieben. Der Name „Hauderei“ ist eine Anspielung auf die früher in Waldbröl ansässigen Kutsch- und Fuhrbetriebe. Das gemütliche Lokal mit großer Terrasse liegt mitten im historischen Ortskern und ist an vier Tagen von früh morgens bis spät abends geöffnet. Besonders empfehlenswert ist das „Markttag-Frühstück“. Jeden zweiten Donnerstag, wenn Markt in Waldbröl ist, bietet die „Hauderei“ bereits ab 6:30 Uhr ein üppiges Frühstück an.

    Markttag in Waldbröl


    Schon seit 1851 gibt es in der Altstadt von Waldbröl einen Vieh- und Krammarkt. Noch heute gilt er als einer der größten Märkte seiner Art in Westdeutschland. Neben Hühnern, Kaninchen & Co. werden auch Obst und Gemüse, Kleidung und Haushaltswaren verkauft. Immer jeden zweiten Donnerstag von 7 – 13 Uhr. Er zieht regelmäßig Besucherströme an und ist der Grund, warum Waldbröl den Namenszusatz „Marktstadt“ trägt.

    4. Schöne Bergische Orte: Gummersbach

    Gummersbach, die größte Stadt im Oberbergischen Kreis, vereint Kultur und Natur. Berühmt sind die Talsperren im Stadtgebiet: die Aggertalsperre und die Genkeltalsperre. Letztere verbindet Wandergenuss mit Umweltbildung und bietet zudem spektakuläre Fotomotive, die an Schottland erinnern. Auch Bauernhof-Nostalgiker werden in Gummersbach glücklich.

    Schöne Bergische Orte: die Genkeltalsperre in Gummersbach

    Genkeltalsperre: Wabernde Nebel und neongrüne Buchenwälder

    Hand aufs Herz. Wer hat beim Anblick dieser Fotos gedacht, dass sie in Gummersbach entstanden sind? Bei den neongrünen Buchenwäldern, die sich zu Tunneln formen, denkt vermutlich jeder an Bildbearbeitung, und bei den wabernden Nebeln an Schottland – tatsächlich handelt es sich aber um die Gummersbacher Genkeltalsperre. Sie liegt am Ebbegebirge, das heranziehende Regenwolken zum Abregnen zwingt. Das Ergebnis sind Buchenwälder, die so grün sind, dass sie fast künstlich wirken.

    Klosterhof Bünghausen – ein nostalgisches Erlebnis

    Bünghausen ist ein kleiner Ortsteil von Gummersbach. In Serpentinen geht es zwischen Wiesen, Weiden und Wäldern zum Klosterhof. Auf dem früheren Klostergelände liegt heute ein Biobauernhof, der sich der Erhaltung alter Rassen und der Umweltbildung verschrieben hat. Susanne Schulte und Peter Schmidt betreiben den Hof als letzten verbliebenen landwirtschaftlichen Betrieb im Ortsteil. Auf 17 Hektar leben hier das urige „Braune Bergschaf“ aus dem Hochgebirge und das „Rote Höhenvieh“. Die robuste Rinderart war früher einmal in der Region heimisch – heute ist sie aber vom Aussterben bedroht. Beide Rassen stehen fast ganzjährig auf der Weide und ernähren sich natürlich, ohne Hochleistungsfutter.

    Klosterhof Bünghausen – ein nostalgisches Erlebnis

    Ausflugsziel für Kinder im Bergischen

    In Bünghausen kommen Kinder aufs Schaf, oder besser: ganz nah ans Schaf. Denn am lebenden Objekt erfahren Kinder in Workshops, wo unsere Wolle herkommt und wie mühsam die Verarbeitung ist. Für Stadtkinder ist der Aufenthalt auf dem Hof ein großes Abenteuer, das sie für Stunden Smartphone & Co. vergessen lässt. Die Ferienfreizeiten, die Susanne Schulte regelmäßig anbietet, sind ausdrücklich als Erlebnis ohne Eltern gedacht.

    5. Schöne Bergische Orte: Wiehl

    Denkmalgeschützte Fachwerkhäuser, idyllische Wanderwege und eine Innenstadt, die mit individuellen Geschäften lockt. Wiehl ist ein Städtchen mit 25.000 Einwohnern im Bergischen Land, unweit von Köln und Bonn. Als touristisches Ziel kennen es vermutlich die wenigsten, dabei lohnt sich ein Ausflug in die oberbergische Gemeinde.

    Schöne Bergische Orte: Wiehl

    Architekturwettstreit: Fachwerk vs. Schiefer

    Anders als größere Städte hat Wiehl keine klassische, gewachsene Altstadt. Die historischen Gebäude verteilen sich über mehrere Ortskerne. Wo immer sie heute noch stehen, begeistern sie aber auf den ersten Blick: Dutzende Fachwerkhäuser, dazu die typischen Schieferhäuser der Region. Viele der Gebäude stehen unter Denkmalschutz – das älteste Fachwerkhaus stammt aus dem Jahr 1507. Wer Wiehl besucht, überlegt automatisch, was schöner anmutet: die schwarz-weißen Fachwerkfassen oder die grauen Schieferfronten, mit ihren grünen Holzläden?

    Der neue Wiehlpark

    2023 eröffnet, erstreckt sich der neue Wiehlpark über sechs Hektar. Das sind knapp achteinhalb Fußballfelder, auf denen sich Spazierwege, Spielplätze und Sonnenliegen abwechseln. Entlang des Wiehlbaches liegt eine üppige Auenlandschaft mit breiten Rasenflächen und schattenspendenden Baumreihen. Brücken führen über den plätschernden Bach, der Betrachtern meditative Momente bietet. Dank der Renaturierung sind die Wiehlauen heute ein wichtiger Lebensraum für bedrohte Tiere und Pflanzen.

    Erfahre mehr: Geheimtipp Wiehl – Idylle im Bergischen Land

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    Ein Kommentar

    1. Ein wirklich schöner Artikel! Ich finde es toll, wie liebevoll die Orte im Bergischen Land vorgestellt werden – man bekommt direkt Lust, selbst loszufahren. Besonders gefällt mir, dass nicht nur bekannte Ausflugsziele gezeigt werden, sondern auch kleine, eher unbekannte Ecken. Vielleicht könnten beim nächsten Mal noch ein paar persönliche Eindrücke oder Wandertipps dazukommen – aber insgesamt echt inspirierend, danke dafür!

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