5 Historische Orte im Bergischen Land

Hunderte Fachwerk- und Schieferhäuser. Kleine Kopfsteingassen, die zu versteckten Plätzen und geheimnisvollen Gemäuern führen – viele Historische Orte im Bergischen Land gleichen Filmkulissen. Die schönsten stelle ich in diesem Artikel kurz vor. Ausführlich präsentiere ich sie in meinem neuen Reiseführer „Heimatschätze – Historische Orte im Bergischen Land entdecken“, der gerade im Klartext erschienen ist. Übrigens: Das Herzogtum Berg erstreckte sich in seiner Glanzzeit vom Rhein bis ins Sauerland.

Historische Orte im Bergischen Land - Solingen-Gräfrath

1. Solingen-Gräfrath – die „Gute Stube“

Schimmernde Schieferfassaden, die sich aneinanderreihen. Grüne Fensterläden, die einen augenfälligen Farbtupfer setzen. Und schmale Gassen, die mit Blumenkübeln und Banken geschmückt sind. Gräfrath ist der kleinste der fünf Solinger Stadtbezirke und der mit Abstand romantischste. Rund 120 Häuser stehen in dem historischen Ortskern unter Denkmalschutz und schaffen eine fast dörfliche Atmosphäre. Im 18. und 19. Jahrhundert erbaut, gilt die Altstadt als eine der besterhaltenen in Nordrhein-Westfalen. Kleine Cafés und urige Restaurants, ausgefallene Geschäfte und überraschende Galerien unterstreichen den Urlaubscharakter in Gräfrath.

Extra-Tipp: Das Deutsche Klingenmuseum

Im ehemaligen Augustinerstift, das 1185 gegründet wurde, befindet sich heute das Deutsche Klingenmuseum. Es erzählt die spannende Geschichte, wie aus urzeitlichen Steinmessern moderne chirurgische Instrumente wurden.

Das Deutsche Klingenmuseum in Solingen-Gräfrath

2. Remscheid-Lennep – die „Röntgenstadt“

Efeu wuchert, Rosen duften und Brunnen plätschern. Lennep mutet mittelalterlich an und tatsächlich zählt der drittgrößte Stadtbezirk Remscheids zu den ältesten Städten im Bergischen Land. Denn bereits Mitte des 13. Jahrhunderts erhielt Lennep Stadtrechte. Die Häuser gruppieren sich heute wie damals um die Evangelische Stadtkirche, deren barocker Turm alle anderen Gebäude überragt. Wer die Altstadt besucht, bemerkt die kreisförmige Anordnung der Gassen. Sie stammt aus dem Mittelalter, als Lennep die wichtigste Station auf der Fernstraße zwischen Köln und Dortmund war.

Historische Orte im Bergischen Land - Remscheid-Lennep

Insgesamt 116 Häuser stehen im Stadtkern unter Denkmalschutz, mit dem Röntgenmuseum liegt das wichtigste Museum Remscheids in Lennep, untergebracht im schönsten Haus weit und breit – und nur rund 250 Meter vom Alten Markt entfernt, wo sich schöne Ausflugslokale ballen.

Remscheid-Lennep – die „Röntgenstadt“

Extra-Tipp: Remscheider Skulpturenroute

Sie stehen am Straßenrand, auf Plätzen und inmitten von Grünanlagen – die Kunstwerke der Remscheider Skulpturenroute. Besonders beeindruckend ist die schimmernde, in sich gewundene Skulptur von Tony Cragg auf dem Munsterplatz in Lennep.

Skulptur von Tony Cragg auf dem Munsterplatz in Lennep

3. Historischer Ortskern am Rhein – Monheim

Die Altstadt von Monheim am Rhein ist klein und kompakt. Was für Besucher viele Vorteile bietet, denn sie können die architektonischen Schönheiten bei einem kurzen Spaziergang entdecken. Wer die historische Altstadt von der Rheinseite betritt, läuft direkt am Alter Markt auf ein Stadtmodell in Miniatur zu. Es zeigt die Lage der wichtigsten Gebäude und bietet eine gute Orientierung. Fachwerkfassaden, kleine Gassen, viel Platz zum Verweilen mit einem Brunnen unter schattigen Linden.

Historischer Ortskern am Rhein – Monheim

 
Überall am Alter Markt liegen zahlreiche Lokale, die wie Magneten auf Besucher wirken. Vor 15 Jahren war der historische Marktplatz noch verwaist, heute ist er das lebendige Zentrum der Stadt. Vom Alter Markt sind es nur knapp 300 Meter zum weithin sichtbaren Schelmenturm. Er stammt aus dem Jahr 1425 und ist das Wahrzeichen der Stadt. Neben dem Haus Bürgel, einem spätrömischen Kastell, ist der Turm die wichtigste städtische Sehenswürdigkeit.

Extra-Tipp – Der künstliche Geysir

Alle 64 Sonnenstunden kann ein künstlicher Geysir in Monheim am Rhein bewundert werden. Geschaffen hat ihn der Schweizer Bildhauer und Aktionskünstler Thomas Stricker. Seit seiner Einweihung im September 2020 lockt das ungewöhnliche Kunstwerk am Kreisverkehr zigtausende Besucher an.

Extra-Tipp - Der künstliche Geysir in Monheim am Rhein

4. Wiehl im Oberbergischen

Aus kleinen Siedlungen, die links und rechts eines Baches lagen, entstand Wiehl. Urkundlich 1150 erstmals erwähnt, prägten Landwirtschaft und Handwerk lange Zeit das Leben der Menschen. Die Industrialisierung im 19. Jahrhundert veränderte das Antlitz der Region nachhaltig: Webereien, Mühlen und Fabriken entstanden. Heute dienen sie vielfach als nostalgische Ausflugsorte.

Anders als andere Gemeinden im Bergischen hat Wiehl keine gewachsene Altstadt. Die historischen Gebäude verteilen sich über mehrere Ortskerne. Wo immer sie heute noch stehen, begeistern sie aber auf den ersten Blick: dutzende Fachwerkhäuser, dazu die typischen Schieferhäuser der Region. Viele der Gebäude stehen unter Denkmalschutz – das älteste Fachwerkhaus stammt aus dem Jahr 1507. Bei einem Besuch in Wiehl fällt es schwer zu entscheiden, was schöner anmutet: die schwarz-weißen Fachwerkfassen oder die grauen Schieferfronten mit ihren grünen Holzläden?

Geheimtipp: Wiehler Tropfsteinhöhle

Auch eine der attraktivsten Schauhöhlen des Bergischen Landes findet sich in Wiehl. Wie Die Höhlengänge erstrecken sich über 1500 Meter, von denen 675 Meter erkundet werden dürfen. Farbiges Licht, feuchte Luft und stetig fallende Wassertropfen sorgen für eine mystische Atmosphäre unter Tage.

Geheimtipp: Wiehler Tropfsteinhöhle

5. Schlebusch – Idylle an der Dhünn

Obwohl Schlebusch nur wenige Kilometer von Wiesdorf und dem Bayerwerk entfernt liegt, trennen die beiden Orte Welten. Denn Schlebusch besitzt einen historisch gewachsenen Ortskern, der einen großen Charme verströmt. Rund um die neuromanische Pfarrkirche St. Andreas und den Marktplatz liegen Fachwerkhäuser, kleine Kopfsteingassen und individuelle Geschäfte und Lokale. Verbunden sind sie durch eine in den 1990er Jahre neugestaltete Fußgängerzone, die ein beliebter Anziehungspunkt für Bewohner und Besucher ist. Am Ende der Fußgängerzone fließt die Dhünn, ein Nebenfluss der Wupper. Wander- und Radwege säumen die Ufer und führen Spaziergänger und Radler nach wenigen Metern ins „Gartenreich Schlebusch“.

Das Industriemuseum Sensenhammer in Schlebusch

Extra-Tipp – Skulpturenpfad am Schloss

Sehenswert sind auch die vielen Skulpturen im Morsbroicher Schlosspark, in dem sich wunderbar flanieren lässt.

Skulpturenpfad am Schloss Morsbroich

Es gibt noch viele weitere schöne Historische Ortskerne im Bergischen Land. Welcher ist euer Favorit?

Buchtipp: Heimatschätze – Historische Orte im Bergischen Land

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