Direktzug ans Meer – neu und nur in den Sommermonaten

Frische Meeresluft, karibisch weiße Strände und eine spektakuläre See-Promenade – all das bietet Ostende. Ein neuer Sommer-ICE bringt Urlauber jetzt aus dem Rheinland ohne lästiges Umsteigen an die belgische Küste. In diesem Artikel habe ich alle relevanten Infos zusammengestellt, wann der neue Direktzug ans Meer verkehrt, und liefere auch gleich die besten Tipps für einen Kurztrip nach Ostende. Ihr müsst nur noch einsteigen und genießen!

Direktzug ans Meer – neu und nur in den Sommermonaten

Der neue Sommer-ICE wird erst einmal nur im Juni und August 2026 verkehren – jeweils samstags und sonntags. Los geht es an beiden Tagen um 10:08 Uhr in Köln, Ankunft in Ostende ist um 13:47 Uhr. Zurück fährt der Direktzug um 14:24 Uhr, Köln erreicht er dann um 17:50 Uhr.

Direktzug ans Meer – nach Ostende an der belgischen Küste

Auf der Strecke kommt der brandneue ICE3neo zum Einsatz, der Reisenden mehr Komfort bietet. Er bringt seine Passagiere nicht nur von Köln an die Küste, sondern hält unterwegs auch in beliebten belgischen Städten wie Gent, Leuven und Brügge.

Bitte beachten: Der neue Direktzug ans Meer verkehrt nur vom 6. bis 27. Juni sowie vom 8. bis 30. August 2026. 

Was kostet der neue Direktzug ans Meer in Ostende?

Wie bei der Deutschen Bahn üblich variieren die Preise. Wer rechtzeitig den Super Sparpreis Europa bucht, kann bereits für 41,99 Euro one-way mit dem Direktzug ans Meer fahren. Wenn die Testphase erfolgreich verläuft, wird das Angebot 2027 wahrscheinlich ausgebaut werden.

24-Stunden in Ostende

Eigentlich wäre es zu schade, nur 24 Stunden in Ostende zu verbringen. Aber manchmal liegt die Würze bekanntlich in der Kürze. Deshalb kommen hier die besten Tipps für einen Schnupper-Besuch in der belgischen Stadt:

24 Stunden in Ostende

Hotel am Yachthafen

Unmittelbar am Bahnhof in Ostende, vis-à-vis vom historischen Stadthafen, gibt es das stylische Hotel „The Ostendian“. Es liegt super zentral – alle wichtigen Sehenswürdigkeiten sind zu Fuß in wenigen Minuten erreicht – und zugleich ruhig in einem Hinterhof. Eine unschlagbare Kombination, wie ich finde.

Restaurant-Tipp in Ostende

Das „Café du Parc“ ist legendär. Wer hier dinieren möchte, muss rechtzeitig reservieren. Im Restaurant geht es lebendig zu und serviert werden maritime Köstlichkeiten wie eine Bouillabaisse. Übrigens die beste, die ich jemals gegessen habe. Falls abends kein Tisch mehr zu bekommen ist, empfehle ich ein Frühstück auf der Terrasse. Sehen und gesehen werden in Ostende!

Die beste Bouillabaisse in Ostende

Sightseeing an der belgischen Küste

Wer nur 24 Stunden vor Ort hat, muss sich auf die absoluten Highlights konzentrieren. Dazu zählt ein ausgiebiger Spaziergang an der Strandpromenade, wo Besucher von den strahlend orangefarbenen „Rock Strangers“ empfangen werden. Selbst an weniger sonnigen Tagen ein Anblick, der sofort für gute Laune sorgt. Wenn Badewetter herrscht, ist natürlich ein Sprung in die Nordsee obligatorisch! Dabei unbedingt in den ausgewiesenen Bereichen bleiben – ansonsten werden die vielen Seehunde gestört, die den Strand von Ostende genauso lieben wie wir.

Faszinierende Moderne Kunst in Ostende - die Rock Strangers an der Strandpromenade

Moderne Kunst und Streetart in Ostende

Ostende ist eine kunstbegeisterte Stadt. Das zeigt sich insbesondere bei zwei Festivals: Bei „Crystal Ship“, das 2026 zum zehnten Mal stattfindet, und für das Stars der Street-Art-Szene aus aller Welt anreisen. Sie verwandeln die Fassaden der Stadt in fantasievolle Welten. Das Kunstfestival Beaufort findet nur alle drei Jahre statt und verbindet zeitgenössische Kunst mit der rauen Nordseeküste. Ihm sind die „Rock Strangers“ zu verdanken, genauso wie die strahlend weiße Statur „Mother“, die mich ebenfalls begeistert hat.

Geheimtipp: Fort Napoleon

Super spannend ist ein Abstecher zum Fort Napoleon. Mit dem Leih-Fahrrad oder der Küstentram sind es nur ein paar Minuten vom Stadtzentrum. Das Fort Napoleon ist, wie der Name es bereits vermuten lässt, eine historische Festungsanlage, die idyllisch in den Dünen liegt. Neben einem lauschigen Restaurant mit großer Dachterrasse finden Besucher hier eine spannende museale Erlebniswelt.

Extratipp: Einheimische halten den Naturstrand bei der Dünenfestung für den schönsten von Ostende.

SUBWAY ART – als Graffiti illegal war

Bis zum 30. September 2026 wird parallel zum Streetart-Festival „Crystal Ship“ eine interaktive Ausstellung über die Anfänge der Graffiti-Szene geboten. Als die Künstler illegal in der Nacht unterwegs waren und das Bürgertum sie noch verachtete. An verschiedenen Stationen können Besucher sich bei der „Subway Art“ u.a. selbst als Sprayer betätigen. 

Im Rahmen des Streetart-Festival „Crystal Ship“ wird auch die Ausstellung "Subway Art" gezeigt

Verlängertes Wochenende in Ostende

Und hier kommen noch weitere Tipps für alle, die länger in Ostende bleiben wollen. Denn natürlich sind 24 Stunden eigentlich viel zu kurz, um die belgische Küstenstadt richtig kennenzulernen. Wer beispielsweise erst am Montag oder Dienstag zurückfährt, ist mit einmal Umsteigen in Brüssel genauso schnell wie mit dem Direktzug ans Meer unterwegs.

Das historische Segelschiff Mercator

Allein der Anblick ist eine Augenweide und die Geschichten, die sich um das frühere Schulschiff ranken, sind abenteuerlich. Auf der „Mercator“ werden regelmäßig Führungen über die Decks und durch den Bauch des Schiffes angeboten, die zeigen, unter welchen Bedingungen die Seeleute an Bord gelebt und gearbeitet haben.

Das historische Segelschiff Mercator in Ostende

Der Fischmarkt von Ostende

„De Vistrap“ (deutsch: die Fischtreppe) heißt der Fischmarkt von Ostende. Er gilt als der einzige Ort in Belgien, an dem Fischer ihren Fang direkt vom Kutter verkaufen dürfen – ohne dass Zwischenhändler daran verdienen. Besonders beliebt sind die „grauen Nordseekrabben“, die einen Ticken süßer schmecken als ihre Verwandten. Neben den Krabben, die vermutlich jeder Besucher korrekt identifizieren kann, werden auf dem Fischmarkt auch Meeresbewohner angeboten, die die wenigsten kennen dürften.

Das faszinierende Ensor-Haus

 
Von den Krabben zurück zur Kultur – genaugenommen zu James Ensor. Wer noch nie von dem belgischen Künstler gehört hat, der von 1860-1949 gelebt hat, lernt in dem interaktiven Erlebniszentrum einen multitalentierten Ausnahmekünstler kennen. Denn Ensor hat nicht nur gemalt, sondern auch komponiert und gesellschaftskritische Schriften verfasst. Das ganze Zentrum, das ein Museum und sein früheres Wohnhaus umfasst, verströmt einen bissigen und zugleich treffenden Humor, der die Reichen und Mächtigen aufs Korn nimmt.

Neues Café im historischen Postamt

Das CultuurCafé De Grote Post ist so schön und architektonisch so spannend, dass ich einen Besuch empfehlen möchte. In der Küche werden fast ausschließlich lokale Biopordukte verwandt und wohin der Blick auch schweift, bleibt er in dem denkmalgeschützten Art-Déco-Gebäude an originellen Elementen der restaurierten Originaleinrichtung hängen: alte Telefonkabinen, Schalter und Schließfächer, was dem Ort einen ganz besonderen Vintage-Charme verleiht.

Ausflugstipp: Fahrt mit der Küstentram

Ostende hat gut 72.000 Einwohner und ist damit eine lebendige und moderne Stadt, das benachbarte De Haan aan Zee verzeichnet im Zentrum nur etwa 5.000 Bewohner. Perfekt verbunden sind die beiden Orte durch die belgische Küstentram, die mit ihren 67 Streckenkilometern als längste Straßenbahnlinie der Welt gilt. Für gerade einmal drei Euro befördert die Tram Fahrgäste in weniger als 20 Minuten in die idyllische Nachbargemeinde.

Mit dem Direktzug ans Meer und De Haan aan Zee entdecken

Architektur-Kleinod De Haan aan Zee

De Haan aan Zee gilt als schönstes und zugleich besterhaltenes Seebad an der belgischen Küste. Bereits die Ankunft im historischen Bahnhof, in dem sich auch Hercule Poirot wohlfühlen würde, ist ein Erlebnis. Das setzt sich dann bei einem Spaziergang durch das Villenviertel von De Haan aan Zee fort, denn es hat seinen historischen Charme bewahrt. Auch der Gang über die örtliche Seepromenade oder direkt am Strand sind außerordentlich. 

Das Architektur-Kleinod De Haan aan Zee ist mit dem neuen Direktzug ans Meer plus der Küstentram zu erreichen

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