Anzeige – Sonnenverwöhnte Weinberge, auf denen Riesling und Elbling gedeihen. Rad- und Wanderwege, die entlang der Flüsse führen. Dazu Natur und Kultur im Überfluss – die Region Saar-Obermosel ist eine frankophil geprägte Flusslandschaft, die mit exzellenten Weinen und großartiger Küche begeistert. Aktivurlauber schätzen die sogenannten „Seitensprünge“, kurze Wanderwege, die vom Moselsteig abzweigen. Und historisch interessierte Ausflügler lieben die bedeutenden Kulturstätten. In diesem Artikel stelle ich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und ein paar echte Geheimtipps zwischen Saar und Obermosel vor.

Natürlich ist es auch möglich, auf dem berühmten Moselsteig in der Region Saar-Obermosel zu laufen. Der 365 Kilometer lange „Top Trail of Germany“ verläuft als Hauptweg durch die gesamte Region. Aber für mich klangen die „Seitensprünge“ viel spannender – schon allein wegen des originellen Namens. So heißen die offiziellen Partnerwege vom Moselsteig: sie sind als abwechslungsreiche Rundwanderwege angelegt und bieten das Beste der Region auf kurzen, knackigen Touren. Wegen ihres hohen Erlebniswertes sind alle „Seitensprünge“ vom Deutschen Wanderinstitut als Premiumwege ausgezeichnet:


Konzer Höhenrunde – der schönste Seitensprung am Moselsteig
Unweit von Trier verläuft die Konzer Höhenrunde, ein zertifizierter Premium-Rundwanderweg. Der landschaftlich reizvolle Weg bietet schattige Waldpassagen, offene Wiesen und malerische Weinberge. Berühmt ist die Höhenrunde wegen ihrer Panoramen – der Blick reicht oft bis nach Luxemburg. Und diese Aussichten werden durch originelle Bauten humorvoll inszeniert: Hier gibt es eine überdimensionale Bank, dort einen Landschaftsrahmen oder eine Himmelsschaukel.



Infos zur Konzer Höhenrunde
- Länge: 7,2 Kilometer
- Schwierigkeit: mittel
- Laufzeit: ca. 2,5 Stunden
- Empfehlung: die Wanderung als Halbtagestour einplanen
- Start/Ziel: das Freilichtmuseum Roscheider Hof
Nostalgie pur – das Freilichtmuseum Roscheider Hof
Die Wanderung auf der Konzer Höhenrunde lässt sich perfekt mit einem Besuch im Freilichtmuseum Roscheider Hof verbinden. Es ist eines der größten Volkskundemuseen Deutschlands und zeigt 200 Jahre Alltagskultur zwischen Saar und Mosel. Was zuerst ein wenig trocken klingt, wird vor Ort wunderbar lebendig und originell. Denn das Museum ist alles andere als eine erstarrte Kulturstätte – es ist ein lebendiger Ort mit echten Mietern. In zwei der historischen Gebäude sind Menschen eingezogen und wohnen dauerhaft zwischen den blühenden Bauerngärten und blökenden Schafen. Unglaublich!


Hintergrund: In den pittoresken Gebäuden gibt es nicht nur historische Wohnräume, sondern auch Gaststätten, Schulzimmer und Gefängnisse. Eine einprägsame Begegnung mit der Vergangenheit.

Infos zum Besuch des Freilichtmuseums Roscheider Hof in Konz
- Saison: 21. März – 1. November
- Öffnungszeiten: Di. – So. 10 – 18 Uhr
- Eintrittspreise: Erwachsene 10 Euro, Kinder ab 6 Jahre 3 Euro
- Führungen: im Voraus buchen, mindestens 10 Tage im Voraus
- Extratipp: Erlebnisführungen in historischen Kostümen inkl. Umtrunk
Spektakuläres Adlernest: Klause Kastel
Geballte Geschichte und einen atemberaubenden Ausblick bietet das Landesdenkmal Klause Kastel-Staadt. Hoch über dem Tal mit Blick auf die Saarschleife bei Serrig klammert es sich an einen steilen Sandsteinfelsen und beherbergt Geschichte(n) und Legenden. Bereits Kelten und Römer haben den Ort als Kultstätte genutzt. Später siedelten hier Mönche und Eremiten. Und schließlich ließ der preußische Kronprinz Friedrich Wilhelm IV. die verlassene Felsenruine zu einer Grabkapelle umbauen. Obwohl der Ort eine mystisch-märchenhafte Atmosphäre hat, besuchen ihn nur rund 5.000 Menschen im Jahr –ein echter Geheimtipp für alle, die gerne in die Vergangenheit eintauchen.

Führungen durch das Landesdenkmal
Das faszinierende Gebäude, das teilweise mit der umgebenden Natur zu verschmelzen scheint, kann im Rahmen von Führungen besucht werden. Dabei wird aus dem Leben des blinden Königs Johann von Böhmen erzählt, dessen Leichnam quer durch Europa reiste.

Nittel – das Weinbau-Zentrum an der Obermosel
Nittel ist die Elbing-Metropole in der Region Saar-Obermosel. Auf den Muschelkalkböden rund um die Stadt werden zu 75 Prozent Elbing-Trauben angebaut. Gut 25 Winzer sind noch heute im Ort aktiv und prägen das Stadtbild mit urigen Weinstuben, modernen Vinotheken und stimmungsvollen Hoffesten.

Hintergrund: Der Elbling ist ein echter Oldie. Eine 2.000 Jahre alte, traditionelle Rebsorte, die an der Obermosel im Fokus steht und häufig zu köstlichen Crémants ausgebaut wird. Daneben gedeihen noch Burgundersorten in der Region.
Elbling Weingut mit Gästezimmern in Nittel
Schon seit 1650 baut die Familie Sonntag Weine an. Heute kümmert sich Winzermeister Thomas Sonntag um die Reben und seine Lebensgefährtin Elke Ries, eine studierte Innenarchitektin, sorgt für das Ambiente. Das Ergebnis ist ein besonders stimmungsvolles Weingut, das auch Gästezimmer und Events anbietet. Die Weine habenalle Bio-Qualität und der Aufenthalt im historischen Innenhof, wo regelmäßig Konzerte und Lesungen stattfinden, ruft sofort südländische Gefühle hervor. Als besonders köstlich habe ich vor Ort einen Rosé Crémants empfunden.



Zum Gästehaus gehört ein alter Kreuzgewölbekeller, in dem das Frühstück für die Übernachtungsgäste serviert wird. Übrigens gibt es auf den Zimmern bewusst keine Fernseher – ein Umstand, den die Gäste schnell zu schätzen lernen.

24-Stunden Weinhütte mit Panorama – das Nitteler Leiterchen
Mitten in den Nitteler Weinbergen gibt es ein originelles Gemeinschaftsprojekt: ein Selbstbedienungsautomat, der gekühlte Weißweine, Elbling-Sekt und Wasser für Wanderer und Ausflügler bereithält. Auch Gläser und Snacks gibt es im Nitteler Leiterchen, so dass sich Gäste um nichts kümmern müssen und die Aussicht mit einem Gläschen im Liegestuhl perfekt genießen können.


Geheimtipp! Wildling – Besonderes aus Apfel, Birne & Co.
Und zum Schluss noch einen Tipp, der mir besondere Genussmomente beschert hat: Die kleine Streuobst-Manufaktur „Wildling“ stellt hochwertige Produkte aus alten Apfel- und Birnensorten her. Alle stammen von heimischen, ungespritzten Obstbaumen aus der Region. Etwa einen im Holzfass gereiften „Kellvados“, ein Wortspiel aus Calvados und dem Standort Kollesleuken, im Whiskyfass gereifte Apfelessige sowie handgemachte Gelees und Fruchtchips. Der kleine Shop der Manufaktur gleicht einer Schatzkiste und die engagierten Inhaber Andrea Bauer und Klaus Marx verkosten gerne an Wanderer und Ausflügler, die an der Manufaktur vorbeiflanieren.

Hintergrund: Die kleine Manufaktur gehört zur regionalen Erzeuger-Initiative „Ebbes von Hei!“.
Wichtig: Unorthodoxe Öffnungszeiten. Unbedingt vorher checken, ob der Betrieb geöffnet ist.
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Der Beitrag ist eine Kooperation mit der Mosellandtouristik GmbH. Herzlichen Dank für den genussreichen Heimataufenthalt.


